Die männliche Fortpflanzungsphysiologie

Die Samenzellbildung ist ein hormonell gesteuerter Prozess und findet in den Hoden statt. Sie beginnt in der Pubertät und dauert bei gesunden Männern bis zum Tod an. Die Bildung der Samenzellen dauert vom Beginn bis zum Ende etwa 12 Wochen. In den ersten 10 Wochen verbleiben die Samenzellen in den Hoden, danach werden sie in den Nebenhoden gelagert. Während der Lagerung im Nebenhoden reifen die Samenzellen weiter heran. Während des Reifeprozesses im Nebenhoden erlangen sie die Fähigkeit, sich fortzubewegen. Während des Geschlechtsverkehrs gelangen die beweglichen Samenzellen nach dem Samenerguss über die Scheide in den Gebärmutterhals und die Gebärmutter bis zu den Eileitern. Da viele Samenzellen entlang des Weges zum Ort der Befruchtung auf der Strecke bleiben, werden die Samenzellen in übermäßig großer Anzahl produziert.


Nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO (2010) sind folgende Werte für einen normalen Spermabefund definiert:

  • Volumen: 1,5 ml oder mehr
  • Konzentration: 15 Mill. Samenzellen pro ml
  • Spermienzahl: 39 Mill. Samenzellen im Ejakulat
  • Beweglichkeit: 32% vorwärtsbewegliche Spermien
(innerhalb von 60 min nach Probengewinnung)
  • Vitalität: 58% oder mehr vitale Spermien
  • Morphologie: 4 % oder mehr normale Formen